Seit ein paar Wochen sind wir zu zweit. Thomas Franzek ist mit ins Entwickler-Team eingestiegen. Seitdem sind wir noch fleißiger. Und noch gründlicher.
Das hat Folgen. Neue Funktionen kommen schneller dazu, als ich sie aufschreiben kann. Ehrlich gesagt: Bei so einer Feature-Explosion verliere selbst ich manchmal den Überblick. Wie soll es dir da erst gehen?
Darum habe ich mir die Lyrics einmal ganz in Ruhe vorgenommen. Herausgekommen ist ein Feature-Tree. Er funktioniert wie die Skilltrees, die du vielleicht aus Aufbauspielen kennst. Erst schaltest du „Lesen“ frei, danach kommt die „Universität“.
Im Callers Caddy ist es genauso. Viele Funktionen bauen aufeinander auf. Links stehen die Grundlagen. Rechts davon kommt alles, was erst durch sie möglich wird. Ganz rechts wartet das Ziel: Hands-free Singing.
Die durchgezogenen Pfeile bedeuten „braucht“. Die gestrichelten bedeuten „wird besser durch“. Ich gehe den Baum jetzt mit dir von links nach rechts durch. So baut jede Erklärung auf der vorigen auf.

Stufe 1: Die Grundlagen
Lyrics Display (Lyric-Anzeige)
Hier fängt alles an. Callers Caddy zeigt dir das Cuesheet zum Song im Lyric-Fenster. Dabei ist es egal, ob die Datei als HTML, RTF, TXT, Word-Dokument oder PDF vorliegt. Ohne diese Anzeige gäbe es kein einziges anderes Feature in diesem Baum.
BPM Detection (Tempo-Erkennung)
BPM steht für „Beats per Minute“, also Schläge pro Minute. Callers Caddy hört sich deine Musik an und misst das Tempo selbst. Dabei rechnet es mit dem typischen Square-Dance-Bereich von etwa 100 bis 150 BPM. So landet es nicht aus Versehen beim doppelten oder halben Tempo. Das gemessene Tempo ist der Taktgeber für viele Features weiter rechts.
Song Start (Songanfang)
Der Song Start ist der Moment, an dem du zu singen beginnst. Also der Anfang des Openers, nach dem Intro. Callers Caddy merkt sich diesen Zeitpunkt für jede Musik-Variante getrennt. Eine Vocal-Version darf also einen anderen Start haben als die Instrumental-Version.
Singing Sequences (Singing-Sequenzen aus der Datenbank)
Das ist deine eigene Sammlung von Choreo-Sequenzen. Sie liegt in der Datenbank und erscheint im Sequences-Fenster. Dort kannst du sie suchen, filtern und bearbeiten. Für sich allein ist das schon praktisch. Richtig spannend wird es aber erst weiter rechts im Baum.

Stufe 2: Erste Helfer
Auto-Scroll (automatisches Scrollen)
Die Lyrics scrollen von selbst mit. Callers Caddy rechnet dazu einfach aus, wie weit der Song schon gelaufen ist. Bei der Hälfte des Songs steht auch der Text bei der Hälfte. Willst du kurz selbst scrollen, hat deine Hand Vorrang. Danach übernimmt Auto-Scroll wieder.
Reading Band (Lesebalken)
Der Lesebalken ist ein farbiges Band über der Zeile, die gerade dran ist. Dein Blick findet so sofort die richtige Stelle. Du kannst einstellen, auf welcher Höhe im Fenster er steht, wie hoch und wie kräftig er ist. Er funktioniert sogar, wenn Auto-Scroll ausgeschaltet ist.
Start Countdown (Start-Countdown)
Kurz bevor du einsetzen musst, erscheint eine große Zahl auf dem Bildschirm. Sie zählt in Beats herunter, nicht in Sekunden. Dafür braucht sie zwei Dinge: das Tempo aus der BPM Detection und den Song Start. Hast du das Tempo verstellt, zählt der Countdown passend mit. Die letzten zwei Beats bleiben bewusst still, damit du frei einsetzen kannst.
Singing Body Detection (Erkennung des Singing-Teils)
Ein Singing Call besteht aus sieben Teilen zu je 64 Beats. Das sind zusammen 448 Beats. Callers Caddy sucht genau diesen Block in der Musik. Es analysiert dazu Klang und Lautstärke und nutzt das gemessene Tempo als Hilfe. Am Ende weiß es, wo dein Gesang beginnt und wo er endet.
Section Detection (Abschnittserkennung)
Jetzt liest Callers Caddy das Cuesheet selbst. Es erkennt die Überschriften für Opener, die vier Figures, Middle Break und Closer. Auch ungewöhnliche Schreibweisen dieser Überschriften findet es. So weiß das Programm, welche Zeilen zu welchem der sieben Teile gehören.
Invert Heads / Sides (Heads und Sides tauschen)
Callers Caddy kann eine Sequenz für die andere Seite umschreiben. Aus Heads werden Sides und umgekehrt. Die Couple-Nummern rücken passend weiter. Die Schreibweise bleibt dabei erhalten, und Call-Namen wie „Cross Head Tie“ bleiben unangetastet.

Stufe 3: Feinarbeit
Sync Points (SyncPoints)
Auto-Scroll rechnet gleichmäßig. Echte Songs sind aber nicht gleichmäßig verteilt. Hier kommen die SyncPoints ins Spiel. Ein SyncPoint verbindet eine Textzeile fest mit einem Zeitpunkt in der Musik. Zwischen zwei SyncPoints scrollt der Text sauber mit. Erinnerst du dich an den Lesebalken? Mit SyncPoints sitzt auch er genau auf der Zeile, die du gerade singst.
Auto Song Start (automatische Songanfang-Erkennung)
Den Song Start musst du nicht mehr selbst suchen. Die Singing Body Detection findet ihn für dich. Im Potential-Fenster kannst du sogar alle Singing Calls auf einmal analysieren lassen. Ist sich das Programm unsicher, bekommt der Song das Genre „CHECK: START“. Sobald du den Start bestätigst, verschwindet die Markierung wieder. Und der Start Countdown aus Stufe 2 hat dadurch sofort einen Startpunkt, ohne dass du etwas tun musst.
Section Overlay (Abschnitts-Anzeige)
Die sieben Teile aus der Section Detection werden sichtbar. Jeder Teil bekommt eine eigene Farbe im Lyric-Fenster. So siehst du auf einen Blick, wo der Opener endet und Figure 1 beginnt. Stimmt eine Grenze nicht, ziehst du sie einfach mit der Maus an die richtige Stelle.
Figure Separator (Trenner in der Figure)
Jede Figure hat zwei Teile. Erst kommen deine Calls, danach ein paar gesungene Zeilen aus dem Song. Der Trenner markiert genau diese Grenze. Callers Caddy setzt ihn meist selbst. Du kannst ihn aber per Rechtsklick auch selbst platzieren.
Asymmetry Detection (Asymmetrie-Erkennung)
Manche Sequenzen lassen sich nicht einfach spiegeln. Zum Beispiel, wenn darin „Couples 1 & 2“ zusammen genannt werden oder „Your Couple Number“ vorkommt. Callers Caddy erkennt solche Sequenzen. Es lässt sie dann komplett unverändert, statt sie falsch zu tauschen.

Stufe 4: Alles greift ineinander
Anchor Coupling (gekoppelter Songanfang)
Der erste SyncPoint und der Song Start gehören zusammen. Beide markieren den Anfang des Openers. Verschiebst du den ersten SyncPoint, wandert der Song Start automatisch mit. Damit stimmt auch der Start Countdown immer, ohne dass du zweimal korrigieren musst.
Text Jump & Swap Timing (Textsprung früher)
Am Ende eines Teils springt der Text zum nächsten Abschnitt. Genau im Moment des Wechsels ist das oft zu spät zum Lesen. Mit dieser Einstellung springt der Text etwas früher, ich empfehle zwei Sekunden. So hast du die nächste Zeile schon vor Augen, bevor du sie brauchst. Das gilt auch für den Texttausch bei Dynamic Lyrics, den ich gleich erkläre.
Auto Sync (automatische Synchronisierung)
Hier kommen mehrere Features zusammen. Du klickst einmal, wenn der Opener beginnt. Callers Caddy kennt das Tempo und weiß, dass der Singing-Teil 448 Beats lang ist. Daraus berechnet es das Ende und alle sieben Abschnitte. Die SyncPoints für den ganzen Song sind damit gesetzt. Ohne BPM brauchst du einen zweiten Klick am Ende. Und hat Auto Song Start den Anfang schon gefunden, ist sogar der erste Klick vorbereitet.
Dynamic Lyrics (dynamische Lyrics)
Das ist mein Lieblings-Feature. Im Cuesheet steht ja eine Figure, die der Hersteller vorgibt. Mit Dynamic Lyrics siehst du stattdessen deine eigene Sequenz aus dem Sequences-Fenster. Callers Caddy tauscht dafür nur den Text im Lyric-Fenster. Deine Datei bleibt unberührt. Dafür braucht es die SyncPoints, die erkannten Abschnitte und den Figure Separator.

Stufe 5: Die Meister-Features
Keep Closing Lyrics (Schluss-Gesang bleibt erhalten)
Am Ende jeder Figure singst du meist noch ein paar Zeilen aus dem Song. Die Tänzer promenieren dabei nach Hause. Dynamic Lyrics tauscht nur die Calls bis zur letzten Promenade aus. Die gesungenen Zeilen danach bleiben stehen. Auch das Timing ändert sich dadurch nicht.
Live Figure Advance (Figur für Figur weiterschalten)
Du kannst in alle vier Figures dieselbe Sequenz einsetzen. Oder du lässt Callers Caddy weiterblättern. Dann kommt in jede Figure die nächste Sequenz aus deiner Liste. Der Wechsel passiert live, passend zur Musik. So callst du vier verschiedene Figures, ohne die Hände von der Musik zu nehmen.
Inversion per Figure (Heads/Sides je Figure)
Jetzt verbindet sich Dynamic Lyrics mit dem Heads/Sides-Tausch aus Stufe 2. Du wählst ein Muster, zum Beispiel HHSS. Dann tanzen in Figure 1 und 2 die Heads, in Figure 3 und 4 die Sides. Die Muster HSSH und HSHS gibt es auch. Callers Caddy schreibt die Sequenz für jede Figure passend um. Und die Asymmetry Detection passt dabei auf, dass nichts kaputtgeht.

Das Ziel: Hands-free Singing
Hier laufen alle Pfeile zusammen. Du lädst einen Song, und alles ist bereit. Der Countdown sagt dir, wann du einsetzen musst. Der Text läuft im Takt mit, und der Lesebalken zeigt dir die richtige Zeile. Deine eigenen Sequenzen stehen in den Figures, Heads und Sides wechseln nach deinem Muster. Die Zeilen am Ende jeder Figure bleiben, wie sie sind.
Und du? Du singst einfach. Und schaust in die Gesichter deiner Tänzer statt auf den Bildschirm.
Probier es selbst aus
Den ganzen Feature-Tree bekommst du kostenlos. Callers Caddy ist Open Source.
Einfach und schnell: ① Download ② UnZIP ③ Start
Jetzt Callers Caddy herunterladen
Fang mit einem Singing Call an, den du gut kennst. Setz den Song Start, schalte den Lesebalken ein und schau, wie weit du im Baum kommst. Ich bin gespannt, welches Feature dein Favorit wird.